Weihnachtliche Grüße

Auch in diesem ereignisreichen Jahr möchten wir es nicht versäumen, Ihnen bzw. Euch unseren Dank auszusprechen.
Das Team vom Weingut Adam wünscht Ihnen/Euch und Ihrer/Eurer Familie besinnliche Feiertage und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr 2022.


Eine kleine Weihnachtsgeschichte

In einem kleinen, verschneiten Dorf in Norwegen wollte sich der riesige Lastwagen unbedingt unter einer niedrigen Brücke hindurchzwängen. Dass die oberen Bäume seiner Christbaum-Ladung dafür eigentlich zu hoch gestapelt waren, interessierte den Fahrer offenbar nicht. Er fuhr einfach weiter, als eine majestätische Nordmann-Tanne und eine kleinere Fichte herunterfielen und am Straßenrand liegenblieben.

Der nachfolgende Fahrer, der diese Stelle passierte, bemerkte nicht, dass er die oberen Zweige der kleinen Fichte, die ein wenig auf die Straße ragten, überrollte. Mit einem leisen Knacken brach die Spitze und damit der ganze Stolz des kleinen Weihnachtsbaums.

„Dich hätte sowieso niemand gekauft“, hörte die kleine Fichte die Nordmann-Tanne mit verächtlicher Stimme sagen. „Ich dagegen bin bei allen Menschen beliebt! Mein Holz ist edel und meine Nadeln sind weich.“ Traurig dachte die kleine Fichte über diese Worte nach und kam zu dem Schluss, dass die Tanne wohl Recht haben musste.

In diesem Augenblick packten zwei Menschen die beiden Bäume am Stamm und brachten sie in eine nahegelegene Kirche. Die Nordmann-Tanne wurde natürlich mitten im Hauptgang aufgestellt und mit wunderschönen roten Schleifen geschmückt. Die kleine Fichte wurde hinter der kleinen Krippe mit den Weihnachtsfiguren positioniert und mit einer Lichterkette behangen, die aber nicht brannte.

Die kleine Fichte sah, wie der Pfarrer mit kritischem Blick vor ihr stand und die fehlende Spitze betrachtete. „Da fällt mir was ein!“, sagte er mit einem Lächeln und setzte ihr einen großen, gelben Weihnachtsstern auf die verstümmelte Krone. Die kleine Fichte sah dabei wehmütig zu der breiten Nordmann-Tanne herüber, die königlich im Mittelgang von einigen Kindern bewundert wurde.

Als am Heiligen Abend dann die Menschen in die Kirche strömten und sich in den Bänken verteilten, war die Lichterkette von der kleinen Fichte immer noch aus. „Kein Wunder, ich bin ein Krüppel!“, dachte sie traurig.

Nach einiger Zeit erloschen zur Verwunderung der kleinen Fichte auch noch alle weiteren Lichter in der Kirche und Dunkelheit breitete sich aus. Als die Gemeinde dann leise „Stille Nacht, heilige Nacht“ anstimmte, erstrahlten plötzlich hunderte kleiner Lichter in ihren Nadeln und hüllte sie in warmes Licht. Ein Strahler erleuchtete den Stern in ihrer Krone.

Die kleine Fichte dachte an ihre abgebrochene Spitze, als sie sah, dass die gesamte Gemeinde in diesem Moment feierlich auf sie blickte. Doch sie sah auch glänzende Kinderaugen, sie sah die Nordmann-Tanne, die ihr zuzwinkerte und sie sah das Christkind in der Krippe vor ihr – und ihr wurde mit einem Mal bewusst, dass dies der schönste Augenblick in ihrem Leben war.

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